Erzherzog Maximilian der Deutschmeister, damals Landesfürst von Tirol erwarb dafür ein Grundstück und schenkte es den Jesuiten. Dort wurde 1619—1622 in der Straßenfront (auf dem heutigen Vorplatz der Kirche) eine Hallenkirche errichtet. Als sie im Rohbau fertig, aber noch nicht eingerichtet war, stürzte sie 1626 völlig ein. Das Unglck wurde zum Segen, denn jetzt wurde die Kirche noch größer und schöner als zuvor neu geplant.

Erzherzog Leopold V. Landesfürst von Tirol (1619—32) nahm sich der Sache an. Er gab P. Paul Fontaner den Auftrag, nach dem Vorbild des Salzburger Doms, der eben vom italienischen Architekten Santino Solari errichtet war, den Kirchenbau in Innsbruck zu planen und zu leiten. Die Fassade der Kirche entwarf der Innsbrucker Hofbaumeister Christoph Gumpp. Der Neubau wurde 1627 begonnen und im Wesentlich 1633 fertiggestellt. Aber die hohen Kosten des Kirchenbaus, dazu unter den Wirren und Lasten des Dreißigjhrigen Krieges verzögerten die Ausgestaltung. Die Seitenaltäre wurden erst in den nächsten Jahrzehnten hergestellt, die Fassadentürme blieben unvollendet. Aber in der Krypta wurden die „Fürstengräber" errichtet, in denen die Stifter der Kirche, Erzherzog Leopold V. (gest. 1632) und seine Gemahlin Claudia von Medici (gest. 1648) mit ihren Söhnen, den folgenden Landesherren Ferdinand Karl (1646—1662) und Sigmund Franz (1662—1665) samt weiteren Mitgliedern des Herrscherhauses bestattet sind.

Die Inneneinrichtung der Kirche war 1640 so weit, dass darin der erste Gottesdienst gefeiert werden konnte. Endlich, am 21. Januar 1646, wurde die „Dreifaltigkeitskirche" vom Brixener Weihbischof Antonius Crusinus feierlich konsekriert.

Die Kirche war damals die größte im Stadtbereich. Die Stadtpfarrkirche, der heutige Dom St. Jakob bestand noch nicht; die ganze Altstadt gehörte zur Pfarrei des Stiftes Wilten. So wurde die neue Kirche der Jesuiten zu einem religiösen Zentrum der Stadt. Sie entfalteten darin eifrige Seelsorge: mit viel besuchten Predigten, zunehmendem Sakramentenempfang, auch festlichen Gottesdiensten. Seit der Errichtung der Universität Innsbruck (1669—1676) fanden hier alle Festgottesdienste der Universität statt.

1754 wurde die Kirche gründlich restauriert und bei diesem Anlass der hohe, barock gestaltete Aufbau des Hochaltars hergestellt (der 1943 zerstört wurde).

Doch wurde 1773 durch Papst Klemens XIV. der Jesuitenorden aufgehoben. Sein gesamter Besitz, Jesuitenkolleg und Gymnasium, auch die Kirche, ging in Staatsbesitz ber. Die Kirche wurde zur Universitätskirche erklärt.

Nachdem Papst Pius VII. 1814 die Gesellschaft Jesu wieder allgemein zugelassen hatte, kehrte Jesuiten 1838/39 auch nach Innsbruck zurück. Ihnen wurde die Betreuung der Universitätskirche bertragen und sie begannen, Universitätsgottesdienste mit -predigten zu halten und ihre übrige Tätigkeit in der Kirche wieder aufzunehmen. Dabei blieb es auch in den Jahren des Jesuitenverbots in Österreich 1848—1852. Einige Patres konnten heimlich hier bleiben und weiter in der Kirche wirken.

Eine bauliche Ergänzung erfuhr die Kirche 1900/01. Seit der Errichtung der Kirche waren ihre Fassadentürme nicht voll ausgebaut; das störte den Anblick der Kirche. Durch private Initiative und Finanzierung wurden diese Türme nach alten Plänen ergänzt und mit neuen, kunstvoll verzierten Glocken ausgestattet (die aber 1916 dem Ersten Weltkrieg zum Opfer fielen).

Nach dem gewaltsamen Anschluss Österreichs an Hitler-Deutschland 1938 wurde sogleich die Theologische Fakultät der Jesuiten in Innsbruck geschlossen, am 12. Oktober 1939 das Jesuitenkolleg beschlagnahmt und enteignet; alle Jesuiten wurden vertrieben, die Kirche Weltpriestern übergeben. Aber beim ersten Bombenangriff auf Innsbruck am 15. Dezember 1943 wurde die Kirche schwer getroffen. Eine Sprengbombe zerstörte die Kuppel und die Apsis samt dem wertvollen Hochaltar. Das Innere der Kirche war verwüstet, aber das Gebäude hielt stand. Es sollte aber nach dem Willen des NS-Gauleiters gesprengt werden. Nur der Weigerung eines Sprengmeisters der Deutschen Wehrmacht ist zu verdanken, dass der Kirchenbau gerettet wurde. Er blieb, fast einer Ruine gleich, als trauriges Denkmal stehen.

Nach Kriegsende 1945 setzten Bemühungen um die Wiederherstellung der Kirche ein, doch kamen in der Not der Nachkriegsjahre die Arbeiten erst langsam in Gang. Dann aber konnte die „Universitätskirche" mit staatlichen Mitteln wiederhergestellt und total restauriert werden. Anstelle des völlig zertrümmerten großen Aufbaus ber dem Hochaltar konnte nur eine Notlösung gefunden werden: Der Ignatiusaltar aus der linken Seitenkapelle wurde an die Stelle des Hochaltars eingesetzt, zwar zu klein für den hohen Raum, sonst aber sinn- und stilvoll entsprechend. Das Provisorium hat 50 Jahre berdauert. Für den Altar in der Ignatiuskapelle wurde ein Bild der Vision des hl. Ignatius erworben, das vom niederlndischen Maler Abraham Bloemaert stammt und für das Jesuitenkolleg in s'Hertogenbosch (um 1620) geschaffen war. In den Wirren der Reformationzeit kam es zur Sicherheit nach Tirol und war hier in Privatbesitz, bis es jetzt in der Jesuitenkirche zu neuen Ehren kam.

Die Kirche, in neuem Glanz wiederhergestellt, wurde am 26. April 1953 durch Bischof Dr. Paulus Rusch feierlich neu eingeweiht und dem Gottesdienst geöffnet. Bald fand sie wieder reges Leben und guten Besuch der Gottesdienste, Predigten und Beichtstühle. Besonders geschätzt waren die alljährlichen Maipredigten, die täglich im Mai von einem zumeist namhaften Prediger gehalten wurden und starken Zustrom hatten; sie hielten sich bis in die 60er Jahre durch.

Die Ausstattung der Kirche wurde bereichert, als 1959 eine neue Orgel (der Firma Walcker) eingebaut und zum 150-jährigen Gedächtnis des Tiroler Freiheitskampfes (1809) von den Tiroler Schützen eine große neue Glocke (der Glockengießerei Grassmayer) gestiftet wurde. 9.200 kg schwer, ist die „Schützenglocke" eine der größten Glocken Österreichs, sicher die größte frei schwingende Glocke, die seither mit ihrem tiefen und vollen Klang über die Stadt hin ertönt.

Im Zuge der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils wurde auch in unserer Kirche um 1970 ein „Volksaltar" errichtet; für seine Stellung und Gestaltung konnte eine passende Lösung in der Vierung der Kirche gefunden werden.

Schon lange hatte die Kirche eine gründliche Innenrestaurierung nach 50 Jahren verlangt. Da sie Eigentum der Republik Österreich ist, waren lange Verhandlungen mit den zuständigen Stellen in Wien und Innsbruck erfordert, um die Bewilligung der beträchtlichen Kosten zu erreichen; auch waren Sachfragen der künftigen Gestaltung abzuklären. Schließlich war es so weit. Gleich nach Ostern 2003 wurden die Tore der Kirche geschlossen und die Gottesdienste in die nahe gelegene Kirche der Kapuziner verlegt, deren gastfreundliche Aufnahme vielen Dank verdient. Die Arbeiten wurden zügig in Angriff genommen und werden bis Herbst 2004 abgeschlossen sei. Die feierliche Wiedererffnung fan am Freitag, den 1. Oktober 2004 statt und seither gilt von neuem: zur größeren Ehre Gottes!

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